Meine erste Langdistanz ist geschafft und ich bin noch immer geflasht von den zurückliegenden Tagen, dass alles war schon wirklich ein Abendteuer. Angefangen hat dieses Abenteuer so richtig 2020, da habe ich von meiner Familie den Startplatz für den IRONMAN geschenkt bekommen. Mit dem Go der Familie und dem Startplatz ging es dann ans Training. Dort konnte ich auf die Expertise von Rene‘ Exner zurückgreifen, der mir mit Rat und Tat jederzeit zur Seite stand. Er schrieb mir mein Trainingsplan, durch den ich am Ende perfekt trainiert war. Das Training für die Langdistanz startete also und die Monate bis zum Start in Hamburg vergingen wie im Flug. Hier und da wurden ein paar Wettkämpfe zum Test absolviert und ich habe von Monat zu Monat eine Steigerung meiner Leistung verzeichnen können, naja bis auf das schwimmen, was leider erst wieder Anfang Mai im Freiwasser möglich war. Anfang August, also kurz vor dem Start in Hamburg, nahm ich zur Vorbereitung an einem IRONMAN 70.3 in Gdyna teil. Dies sollte der Testlauf im Hinblick auf die Verpflegung und des Materials sein. Leider ist dort meine Sram Etap Schaltung beim Regen ausgestiegen, was mich sehr beunruhigt hat hinsichtlich des Wetterberichts für Hamburg.

Los ging es dann also am Donnerstag den 26.08.2021, das Auto wurde beladen die Familie war startbereit und ab ging es. Durch die ganzen Corona Maßnahmen hatte ich einen Check-In schon am Donnerstag gebucht und hab mich nach unserer Ankunft in Hamburg gleich auf dem Weg zum Abholen der Startunterlagen gemacht. Es wurde somit also ernst und die Nervosität stieg mehr und mehr. Freitag kam dann auch Renè Exner (mein Trainer) mit seiner Frau an um mich zu unterstützen, was einfach genial war, zusammen haben wir dann nochmals mein Rad gescheckt und sind ein paar Dinge durchgegangen für das Rennen. Samstag stand dann erstmal die Radstreckenbesichtigung an bevor es zum Rad Check-In ging, danach ging es noch für 5 km in die Laufschuhe zusammen mit Renè für ein Warm-Up. Nun hätte ich mich wahrscheinlich perfekt vorbereitet fühlen sollen aber die Anspannung war schon sehr groß und ich war mit den Gedanken total fokussiert und bereitetet meine Verpflegung für’s
Rennen direkt vor und meine Familie hat alles andere gemanaged. So gab es noch ein leckeres Nudelabendessen und ab ging es ins Bett.

Sonntagmorgen um 03:30 Uhr klingelt dann der Wecker, los ging es also „Race-Day“, also aufstehen frühstücken und ab zur Wechselzone. Nochmals das Rad checken, Wechselbeutel prüfen und rein in den Neo, der bei 18°C Wassertemperatur auch sehr angenehm war.

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Im Schwimmblock angekommen wurde nun noch eine halbe Stunde bis zum Start gewartet, kurz nach 07:00 Uhr war es dann soweit und es ging los. Der Sprung ins Wasser war ein kleiner Schock. Denn durch das lange Warten im Neo kam mir das Wasser sehr sehr kalt vor (16,5°C) und alle Muskeln zogen sich zusammen. Ich versuchte direkt kontrolliert und gleichmäßig zu schwimmen, was jedoch auf Grund der Temperatur und des Windes nicht so möglich war. Nach 1:16 Std war ich dann durch mit den 3,8 km Schwimmen und es ging durch die längste Wechselzone der Welt zum Rad, leider habe ich hier den falschen Weg eingeschlagen und musste ein paar extra Meter laufen um zu meinem Rad zu gelangen.

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Das TT geschnappt und los ging es auf die Radstrecke im Strömenden Regen, hier habe ich mir vorgenommen sehr kontrolliert zu fahren und nur nicht zu über Pacen, was mir auch gelang. Die Verpflegung habe ich Exakt eingenommen, so wie es mit Renè besprochen war. Die 180 km vergingen recht zügig, allerdings habe ich meine angestrebte Zeit von 5Std nicht ganz einhalten können und erreichte die Wechselzone erst nach 05 Std und 09 Min. Angekommen in der Wechselzone lief mir dann Direkt Daniel Unger entgegen, was mich riesig freute und mir irgendwie nochmals zusätzlich Motivation verschaffte.

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Das Rad also abgestellt und ab auf die Laufstrecke, der erste Kilometer fühlte sich mega locker an und als ich auf die Uhr gesehen habe dachte ich pass auf das du nicht gleich übertreibst dort stand nämlich eine 04:09min/km, also etwas ruhiger und rausnehmen. Meine Pace hielt ich dann im Schnitt so bei 04:40min/km über 3 Runden a‘ 10KM, die letzte 10KM musste ich dann etwas an Pace einbüßen und konnte gesamt über die Marathon Distanz einen Schnitt von 4:48min/km ins Ziel bringen und endlich auch die Worte Hören „ Jens – YOU ARE AN IRONMAN“ und das von Daniel Unger.

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Den gesamten Wettkampf über hat mich meine Familie mega unterstützt und ich hätte es nie geschafft ohne diese Motivation, auch einen riesen Dank geht an meinen Trainer Renè Exner der mich perfekt vorbereitet und mich klasse supportet hat. Außerdem muss ich noch sagen, dass ich es spitze fand wie alle vom MSV Tripoint FF(O) am Tracker mitgefiebert haben und sich mit mir über die Leistung freuen.

Abschließend bleibt eines zu sagen, ich liebe es und ich möchte das wieder erleben und irgendwann nach Hawai.

 

Jens Schneeweiss